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Stadt Frechen

Ergebnisse der Dunkelfeldstudie zum Thema Sicherheit und Gewalt in NRW jetzt vorgestellt

Hilfsangebote für Betroffene

Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung (MHKBG) und das Ministerium des Inneren (MI) starteten damit eine großangelegte Dunkelfeldstudie zu Sicherheit und Gewalt im Land NRW.
Dabei wurden auch in den Städten Bedburg, Frechen und Pulheim per Zufallsprinzip mehrere Hundert Personen befragt, informieren die Gleichstellungsbeauftragten im Rhein-Erft-Kreis.
Gerade jetzt, in der Weihnachtszeit und im erneuten Lockdown, sei es für von Gewalt Betroffene wichtig, dass sie schnell und effektiv Hilfe und Beratung finden können, betonen die Gleichstellungsbeauftragten und nehmen die Studie zum Anlass auf die Hilfsangebote im Rhein-Erft-Kreis hinzuweisen.
Mit der anonymen Studie sollte erstmalig in NRW das Thema Gewalt wissenschaftlich fundiert und umfassend abgebildet werden, um daraus mögliche präventive Maßnahmen und psychosoziale Unterstützungsangebote weiterentwickeln zu können. Die Ergebnisse wurden im November von Ministerin Ina Scharrenbach (MHKBG) und Minister Herbert Reul (MI) in einer gemeinsamen Pressekonferenz vorgestellt:
"Scheinwerfer an: Mit den Ergebnissen der Dunkelfeldstudie ist es der Landesregierung gelungen, die vorher nicht sichtbaren Gewalttaten und Sicherheitsgefühle in der Bevölkerung weiter auszuleuchten und damit ans Licht zu bringen", sagte Ministerin Scharrenbach. "Mit der Dunkelfeldstudie ergänzen wir das bisher bekannte Bild zur Sicherheitslage, Präventionsarbeit und zum Opferschutz um ein wertvolles Mosaik."
Die Studie zeigt: Menschen in Nordrhein-Westfalen fühlen sich in ihrer Nachbarschaft insgesamt sicher. Die Unsicherheit steigt jedoch, je weiter sie sich von ihrem näheren Wohnumfeld wegbewegen.
Unsicherheitsgefühle treten im öffentlichen Raum bei Nacht auf, dies gilt insbesondere bei Frauen. Mangelnde Beleuchtung oder Verwahrlosung des öffentlichen Raumes sind Faktoren, die das Unsicherheitsgefühl beeinflussen.
Ein erschreckendes Ergebnis der Studie: Mehr als die Hälfte der nordrhein-westfälischen Bevölkerung war in ihrem Leben von mindestens einer der abgefragten Formen körperlicher, sexueller oder psychischer Gewalt betroffen. Die psychische Gewalt ist die am häufigsten genannte erlebte Gewalterfahrung.
Die Studie zeigt auch, dass die Anzeigequoten bei Gewaltkriminalität im Vergleich etwa zu denen bei Eigentums- und Vermögensdelikten gering sind. Dies betrifft insbesondere Formen von Gewalt wie zum Beispiel psychische Gewalt, Delikte, die in besonderem Maße mit Scham- und Schuldgefühlen einhergehen, zum Beispiel sexuelle Gewalt - und Delikte, die im sozialen Umfeld, zum Beispiel Gewalt in Partnerschaften, aufgetreten sind.
Eine wichtige Erkenntnis aus den Ergebnissen der Studie ist, so die Ministerin Scharrenbach, dass das Land NRW die Präventionsarbeit weiter ausbauen wird.
Denn, und darin sind sich auch die Gleichstellungsbeauftragten im Rhein-Erft-Kreis einig: „Sexuelle Übergriffe sind keine Kavaliersdelikte und nicht die Schuld der Opfer. Hier sind Opfer noch mehr zu ermutigen, sich an die Polizei zu wenden und die Tat anzuzeigen, auch um sich und andere vor weiteren Gewalttaten durch Täter zu schützen.“
Einen Handlungsauftrag für Land und Kommunen sieht die Studie auch darin, dass mehr als jede zehnte von Gewalt betroffene Person Hilfe und Unterstützung deshalb nicht in Anspruch nimmt, da ihr nicht bekannt ist, an wen sie sich wenden könnte. Die Bekanntheit von Hilfeangeboten für Gewaltbetroffene variiert jedoch stark.
So sind etwa Angebote für Frauen, z. B. Frauenhäuser, die Institution Weißer Ring e.V. und polizeiliche Hilfeangebote relativ verbreitet bekannt. Angebote für Männer oder die Anonyme Spurensicherung kennen die meisten Bürgerinnen und Bürger dagegen nicht.
Für die Gleichstellungsbeauftragten im Rhein-Erft-Kreis - insbesondere aus den an der Studie beteiligten Kommunen Bedburg, Frechen und Pulheim - ist die Studie deshalb zum einen eine positive Bestätigung in ihrer Öffentlichkeitsarbeit zum Schutz vor Gewalt an Frauen, zum anderen gleichzeitig ein Auftrag, die Angebote an Aufklärung, Prävention und Hilfe weiter auszubauen.

Die Landesregierung hat jetzt ein Opferschutzportal für gewaltbetroffene Frauen und Männer und deren Angehörige ins Leben gerufen. Dort werden die Hilfe- und Unterstützungsangebote im Land NRW gebündelt und Opfer zielgerichtet informiert. Zudem gibt es seit rund einem halben Jahr ein Männerhilfetelefon. Dieses sei deutschlandweit in dieser Form das einzige und erste Beratungsangebot für gewaltbetroffene Männer. Das Opferschutzportal ist über folgenden Link zugänglich:  https://www.opferschutzportal.nrw/

In diesem Zusammenhang machen die Gleichstellungsbeauftragten des Rhein-Erft-Kreis auch auf die zentralen Hilfsangebote im Kreis wie Frauenberatungsstellen, Frauenhaus oder den „Runden Tisch gegen häusliche Gewalt“ aufmerksam.
Adressen und Telefonnummern sind zu finden unter:
 www.rhein-erft-kreis.de/19-gleichstellungsbeauftragte/artikel/übersicht-beratungsstellen-im-rheinerftkreis

Das Bundesweite Hilfetelefon bietet unter der Telefonnummer 08000 116 016 und via Online-Beratung Betroffenen aller Nationalitäten, mit und ohne Behinderung – 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr Rat und Unterstützung. Auch Angehörige, Freundinnen und Freunde sowie Fachkräfte werden dort anonym und kostenfrei beraten.

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